Der Jaeger
Orion
Hellster Stern: Rigel
Ueberblick
Orion ist wohl das beruehmteste und am leichtesten erkennbare Sternbild, das etwa 594 Quadratgrad ueber den Himmelsaequator bedeckt. Sein markantes Muster heller Sterne ist von jedem bewohnten Ort der Erde aus sichtbar und macht ihn zu einem universellen Wahrzeichen des Nachthimmels. Orion enthaelt zwei Sterne erster Groessenklasse: Rigel (Beta Orionis), einen blauen Ueberriesen mit Groessenklasse 0,1, und Beteigeuze (Alpha Orionis), einen roten Ueberriesen mit Groessenklasse 0,4. Die drei Sterne des Orionguertels - Alnitak, Alnilam und Mintaka - bilden einen der bekanntesten Asterismen der Astronomie. Das Sternbild ist an Winterabenden am reichsten und wurde von jeder menschlichen Zivilisation durch die Geschichte gefeiert.
Mythologie
Orion war der groesste Jaeger der griechischen Mythologie, ein Riese von aussergewoehnlicher Schoenheit und Staerke. Er war der Sohn des Poseidon, der ihm die Faehigkeit gab, ueber Wasser zu gehen. Die Geschichten seines Todes variieren: In einer Version praehlte er, er koenne jedes Tier auf der Erde toeten, was die Goettin Gaia veranlasste, einen Skorpion zu senden, um ihn zu erschlagen. Deshalb sind Orion und Skorpion auf gegenueberliegenden Seiten des Himmels platziert und erscheinen nie zusammen. In einer anderen Erzaehlung toetete Artemis ihn versehentlich mit einem Pfeil, von Apollo getaeuscht, der eifersüchtig auf ihre Naehe war. Die Aegypter assoziierten Orion mit Osiris, dem Gott des Jenseits, und richteten die Grossen Pyramiden so aus, dass sie die drei Guertelsterne widerspiegelten.
Astrologische Bedeutung
Obwohl er kein Tierkreissternbild ist, ist Orion eine der astrologisch bedeutsamsten Sterngruppen am Himmel. Rigel wird in der Sternastrologie mit Ehrgeiz, Ruhm und dauerhafter Leistung assoziiert und traegt eine Jupiter-Mars-Natur. Beteigeuze traegt eine Mars-Merkur-Natur, assoziiert mit kriegerischer Ehre, Mut und intellektueller Schaerfe. Die Guertelsterne wurden mit Themen der Ausrichtung, spiritueller Suche und Einweihung verbunden. In esoterischen Traditionen gilt Orion als Tor zu hoeheren Bewusstseinsebenen. Viele antike Kulturen bauten Tempel, die auf Orion ausgerichtet waren, was darauf hindeutet, dass das Sternbild als Tuer zwischen der physischen und spirituellen Welt angesehen wurde.
Beobachtungstipps
Orion ist am besten von Dezember bis Maerz zu beobachten und ist am Winterhimmel unverwechselbar. Der Orionnebel (M42) ist das Kronjuwel des Sternbildes, mit blossem Auge als verschwommener Fleck im Schwert unterhalb des Guertels sichtbar. Durch ein Fernglas enthuellt er wolkige Schwaden, und Teleskope zeigen eine aussergewoehnliche Sternenkinderstube, in der neue Sterne geboren werden. Der Pferdekopfnebel bei Alnitak ist eines der meistfotografierten Objekte der Astronomie, erfordert aber dunklen Himmel und mindestens ein mittleres Teleskop zur visuellen Beobachtung. Beteigeuze ist ein faszinierender veraenderlicher Stern, der innerhalb der naechsten hunderttausend Jahre als Supernova explodieren koennte.