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Keltische gegen westliche Astrologie - Wald und Sterne

8 Min. Lesezeit

Grundlegende Unterschiede

Die keltische und die westliche Astrologie entspringen völlig verschiedenen Weltanschauungen. Die westliche Astrologie blickt nach oben, zu Planeten und Sternen, und verfolgt ihre Bewegungen durch zwölf Tierkreisbilder, um Persönlichkeit zu enthüllen und Ereignisse vorherzusagen. Die keltische Astrologie schaut in die Runde und nach innen und schöpft Weisheit aus Bäumen, Tieren, Jahreszeiten und der lebendigen Landschaft. Die westliche Astrologie ist mathematisch und astronomisch geprägt und verlangt genaue Berechnungen der Planetenstände. Die keltische hingegen ist intuitiv und ökologisch, gegründet auf unmittelbare Naturbeobachtung. Wo die westliche Astrologie fragt, was die Sterne über Sie sagen, fragt die keltische, was der Wald über Ihre Seele verrät.

Bäume statt Tierkreiszeichen

Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Systemen ist ihr grundlegendes symbolisches Vokabular. Die westliche Astrologie verwendet 12 Tierkreiszeichen, dargestellt durch Tiere und mythologische Figuren, die jeweils rund 30 Tage regieren. Die keltische Astrologie nutzt 13 Baumzeichen, die jeweils etwa 28 Tage umfassen und dem Mondzyklus folgen. Westliche Zeichen werden durch den Stand der Sonne auf der Ekliptik bestimmt. Keltische Zeichen werden durch den Baum bestimmt, der den aktuellen Mondmonat regiert. Dieser Unterschied ist nicht bloß oberflächlich, sondern spiegelt grundsätzlich verschiedene Auffassungen darüber wider, was den menschlichen Charakter prägt: ferne Himmelskräfte oder die lebendigen Energien der uns unmittelbar umgebenden Natur.

Naturbasiert statt planetenbasiert

Die westliche Astrologie stützt sich auf die Positionen und Aspekte der Planeten, Lichter und mathematischen Punkte am Himmel. Eine vollständige westliche Geburtskarte enthält Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto, den Aszendenten und den Medium Coeli. Die keltische Astrologie nutzt keine Planetenstände. Stattdessen schöpft sie Bedeutung aus dem Baum, der Ihre Geburt regiert, Ihrer elementaren Ausrichtung, Ihrem Totemtier, der Jahreszeit Ihrer Geburt und Ihrer Verbindung zu den Festen des Rades des Jahres. Das macht die keltische Astrologie für Einsteiger deutlich zugänglicher, da sie weder astronomische Berechnungen noch Software benötigt.

Jahreszeitliche Gewichtung

Beide Systeme erkennen die Bedeutung der Jahreszeiten an, nähern sich ihnen jedoch unterschiedlich. Die westliche Astrologie teilt das Jahr nach dem Stand der Sonne im Tierkreis, wobei jede Jahreszeit an einem kardinalen Punkt beginnt: Widder zur Frühlings-Tagundnachtgleiche, Krebs zur Sommersonnenwende, Waage zur Herbst-Tagundnachtgleiche und Steinbock zur Wintersonnenwende. Die keltische Astrologie betont die acht Feste des Rades des Jahres, zu denen nicht nur Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen zählen, sondern auch die vier Kreuzviertel-Tage dazwischen. Dadurch erhält das keltische System einen detaillierteren jahreszeitlichen Rahmen mit acht statt vier unterschiedlichen Energieabschnitten.

Einzigartige Merkmale der keltischen Tradition

Einige Elemente der keltischen Astrologie haben kein Pendant im westlichen System. Das Ogham-Alphabet dient als Wahrsagewerkzeug und zugleich als Grundlage der Baumzeichen. Totemtiere fügen eine ganze Ebene geistiger Führung hinzu, die der westlichen Astrologie fehlt. Der leere Tag, der in keinem Baummonat liegt, hat kein westliches Gegenstück. Die Betonung des Geistes als fünftem Element neben Erde, Feuer, Wasser und Luft ist einzigartig keltisch. Die tiefe Einbeziehung von Landschaft, Ökologie und Ort in die astrologische Praxis ist ein weiteres Merkmal und spiegelt das keltische Verständnis wider, dass Spiritualität von der natürlichen Welt untrennbar ist.

Beide Systeme gemeinsam nutzen

Viele moderne Praktizierende finden großen Wert darin, keltische und westliche Astrologie zusammen anzuwenden. Ihr westliches Sonnenzeichen zeigt, wie Sie sich in der Welt ausdrücken, Ihr keltisches Baumzeichen beleuchtet Ihre tiefere Natur und Ihren geistigen Weg. Ein Mensch kann in der westlichen Astrologie ein Löwe sein, der Feuer, Führung und schöpferische Entfaltung bringt, und zugleich in der keltischen Astrologie eine Hasel, die intellektuelle Neugier und wissenschaftliche Weisheit ergänzt. Die beiden Systeme widersprechen sich selten, sondern beleuchten verschiedene Facetten derselben Persönlichkeit. Wer beide Traditionen erforscht, gewinnt ein reicheres, mehrdimensionales Verständnis seiner selbst und seiner Lebensaufgabe.