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Der Hase

Lepus

Hellster Stern: Arneb

Ueberblick

Der Hase ist ein mittelgrosses Sternbild, das etwa 290 Quadratgrad direkt unter der strahlenden Figur des Jaeger Orion bedeckt. Es ist eines der 48 von Ptolemaeus aufgelisteten Sternbilder und wird seit der Antike anerkannt. Sein hellster Stern, Arneb (Alpha Leporis), ist ein weisser Ueberriese, der mit Groessenklasse 2,6 leuchtet, etwa 2.200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Sternbild ist dank seiner Position unter Orions Fuessen relativ leicht zu finden und fuer Beobachter auf beiden Hemispharen zugaenglich. Der Hase ist am besten waehrend Winterabenden von Dezember bis Februar zu beobachten, wenn Orion den Himmel darueber dominiert.

Mythologie

In der griechischen Mythologie wurde der Hase unter Orion an den Himmel gesetzt, weil der grosse Jaeger am liebsten Hasen jagte. Eine andere Tradition erzaehlt, dass Hasen auf der Insel Leros einst unbekannt waren, bis ein Bewohner ein Zuchtpaar einfuehrte. Die Hasen vermehrten sich so schnell, dass sie die Ernten der Insel verwuesteten und die Lektion lehrten, dass selbst wuenschenswerte Dinge im Uebermass schaedlich werden koennen. Der Hase wurde als Erinnerung an diese Weisheit an den Sternenhimmel gesetzt. In der aegyptischen Astronomie wurde Lepus mit Osiris assoziiert und manchmal das Boot des Osiris genannt, was ihn mit Themen des Jenseits und der Auferstehung verband.

Astrologische Bedeutung

Obwohl kein Tierkreissternbild, traegt der Hase symbolische Bedeutung in Bezug auf seine Position unter Orion. Der Hase repraesentiert Schnelligkeit, Intuition und die Faehigkeit, Gefahr zu spueren, bevor sie eintrifft. In vielen Kulturen sind Hasen Mondtiere, verbunden mit Zyklen von Wachstum und Erneuerung. Die Platzierung des Sternbilds deutet auf Themen der Wachsamkeit, Findigkeit und des Wissens hin, wann man schnell handeln muss. Menschen, die sich mit Lepus-Energie verbunden fuehlen, besitzen moeglicherweise gesteigerte Instinkte und ein Talent, unsichere Situationen zu navigieren. In keltischen und indianischen Traditionen ist der Hase eine Tricksterfigur, assoziiert mit Klugheit, Anpassungsfaehigkeit und transformativer Magie.

Beobachtungstipps

Der Hase ist leicht zu finden, indem man waehrend Winterabenden direkt suedlich des Oriongueertels schaut. Seine Hauptsterne bilden ein grobes Viereck, das selbst von lichtverchmutzten Gebieten aus sichtbar ist. Einer seiner feinsten Schaetze ist Hinds Purpurstern (R Leporis), einer der roetesten in Teleskopen sichtbaren Sterne, ein Kohlenstoffstern, der ueber eine Periode von etwa 14 Monaten zwischen den Groessenklassen 5,5 und 11,7 variiert. Nahe der maximalen Helligkeit ist seine tiefroete Farbe durch Fernglas oder ein kleines Teleskop eindrucksvoll. Der Kugelsternhaufen M79 ist ein weiterer Hoehepunkt, eine uralte Sternenkugel in etwa 42.000 Lichtjahren Entfernung, sichtbar als verschwommener Fleck im Fernglas.